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Neues zu Ernährung und Training.



Januar '12
17
Dienstag
🕑 08:13

Sport-Hormon Irisin lässt überflüssige Kilos schmelzen!

Forscher aus den USA haben bei Mäusen und bei Menschen ein neues Hormon namens Irisin (PGC1-alpha) entdeckt, dass nach sportlicher Aktivität von den Muskeln in die Blutbahn freigesetzt wird. Danach wandert es in die weißen Fettzellen und wandelt dort das weiße Fettgewebe ins braune um. Das braune Fettgewebe ist aktiv und wird daher vom Körper überwiegend zu Wärmeenergie genutzt. Bisher hatte man dem braunen Fettgewebe nur bei Neugeborenen diese Funktion zugeschrieben, aber vor einigen Jahren entdeckte man auch bei Erwachsenen eine hohe Stoffwechselaktivität des braunen Fettgewebes.

Die Forscher injizierten immobilen und dicken Mäusen das Sporthormon Irisin und nach 10 Tagen konnte man einen erhöhten Energieverbrauch im Ruhezustand beobachten. Zudem kam es zur Verbesserung des Insulin- und Blutzuckerspiegels, was wiederum vor einem gestörten Zuckerstoffwechsel oder Diabetes schützen kann. Obwohl die Mäuse einen kleinen Gewichtsverlust aufwiesen, gehen die Wissenschaftler bei einer längeren Anwendung von größeren Gewichtsabnahmen aus. Diese Forschungsergebnisse könnte der erste Meilenstein für ein neues Medikament sein, dass den Abbau von überschüssigen Fett und Gewicht unterstützen kann. Trotzdem kann die sportliche Aktivität durch keine Medizin der Welt abgelöst werden, denn regelmäßiges Sporttreiben führt noch zu anderen positiven Stoffwechselveränderung (siehe Abbildung 1).

Nach Paffenbarger sollten Menschen mit überwiegender sitzender Tätigkeit ein Mindestmaß an zusätzlicher Bewegung in ihren Alltag einbauen, so das man wöchentlich einen höheren Energieverbrauch von 2000 bis 3000 Kilokalorien (kcal) hat. Nach den heutigen Empfehlungen der internationalen Public Health Organisationen und dem American College of Sports Medicine sollten sowohl Gesunde als auch Personen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen mindestens an allen Tagen pro Woche (= 5 Tage) eine halbe Stunde aktiv trainieren. Dies entspricht etwa 3,5 Stunden Training in der Woche und ergibt einen durchschnittlichen Energieverbrauch bei mittlerer bis hoher Intensität von bis zu 1000 kcal und mehr. Das Sportprogramm sollte regelmäßig erfolgen und das Herz, die Lungen, Muskelkraft, Beweglichkeit und die Ausdauer trainieren. Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining wäre die beste Empfehlung, um die körperliche Fitness und Gesundheit zu erhalten.

Nicht zu vergessen ist auch ein aktiver Lebensstil, denn hier bestehen viele Möglichkeiten unseren Körper mit aktiver Bewegung auf Trab zu halten. Zum Beispiel mit dem Rad zur Arbeit fahren oder am Wochenende mit Freunden und Bekannten eine Wanderung unternehmen. Anstatt mit dem Auto geht man zu Fuß zur Shoppingtour oder anstelle die Rolltreppen zu nehmen geht man zu Fuß. Durch diese einfachen Bewegungsstrategien kann man schon seine überflüssigen Kilos leicht abbauen. Wer aber mehr für seine Figur und Gewicht tun möchte, kann zusätzlich noch Ausdauer- und Krafttraining absolvieren. Dadurch bekommt man seinen Stoffwechsel wieder aktiv, in dem sich der Zucker- und Fettstoffwechsel verbessert. Aber es kommt noch zu anderen gesundheitlichen Nebeneffekten, wie die Steigerung des Selbstwertgefühls und der Gedächtnisleistungen.

Abbildung 1: Einfluss von Sport auf die körperliche Fitness und Gesundheit

Positive Wirkungen durch regelmäßiges Sporttreiben
ZuckerstoffwechselSenkung des erhöhten Insulinspiegels im Blut (Insulinresistenz und Hyperinsulinämie),Verbesserung der Zuckeraufnahme (Glucosetoleranz)
FettstoffwechselSenkung der Blutfette (Triglyceride, LDL–Cholesterin), Steigerung der Blutfließgeschwindigkeit durch HDL–Cholesterin
Energiebilanz Steigerung des Grundumsatzes und Thermogenese (Wärmebildung im Körper)
Bewegungsapparat Verbesserung der Beweglichkeit und Stabilität, Koordination, Kraftausdauer, Straffung und Aufbau des Muskelkorsetts, Reduzierung des Körperfettanteils, Straffung Bindegewebe, Reduzierung des Bauchumfangs
Psyche / Lebensstil Zunahme der Gehirndurchblutung, Steigerung von Lebensfreude, Selbstwertgefühl und Wohlbefinden, Abnahme depressiver Stimmungen, verbessertes Gesundheitsbewusstsein
(Quelle: Bewegung in die Pfunde bringen, modifiziert nach Huonker, 2004)

Literatur:
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Januar '12
15
Sonntag
🕑 16:14

Winterkälte kurbelt den Fettstoffwechsel an!

Bis heute ging man davon aus das nur Babys ein stoffwechselaktives Fettgewebe besitzen. Die Rede ist vom braunen Fettgewebe, welches über eine hohe Anzahl an Mitochondrien und Cytochrome verfügt. Mitochondrien sind aktive Brennöfen, die vermehrt Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) für Muskelarbeit, Wärme und Stoffwechselprozesse bilden. Die Cytochrome sitzen in den Mitochondrien und haben die Aufgabe vermehrt Sauerstoff zur Energiebildung heranzuziehen. Normalerweise liegen die Brennöfen außerhalb des Fettgewebes, die einzige Ausnahme ist das braune Fettgewebe. Dieses hat die Aufgabe mehr Wärmeenergie freizusetzen, was auch als Thermogenese bezeichnet wird. Bei Kälte oder einer Unterkühlung bildet das braune Fettgewebe vermehrt ATP, um den Körper genügend Wärme zu spenden. Gerade Babys können aufgrund des ungünstigen Verhältnis von Körperoberfläche und dem Volumen schnell auskühlen. Deshalb verfügen Babys am Hals und im Brustbereiche über einen großen Anteil an braunem Fettgewebe.

Erwachsene verfügen zwar auch über braunes Fettgewebe, aber bis heute ging man davon aus, dass es kaum noch eine stoffwechselaktive Funktion besitzt. In einer Studie (van Marken Lichenbelt et al., 2009) an 10 schlanken und 14 übergewichtigen Erwachsenen (BMI > 25) konnte man bei einer Kälteeinwirkung beobachten, dass sich der Energiestoffwechsel im Ruhezustand durch das braune Fettgewebe erhöht. Bei den Übergewichtigen war die Aktivität des braunen Fettgewebes geringer ausgefallen. Der Grund ist der erhöhte Körperfettanteil, denn wenn der Körper genügend Fettreserven hat, muss das braune aktive Fettgewebe weniger Wärmeenergie produzieren. Nichtsdestotrotz sehen die Wissenschaftler die Kälte als Maßnahme an, um das Übergewicht und den hohen Fettanteil zu bekämpfen.

Forschungsgruppen aus den Niederlanden, Schweden und den USA haben mit Hilfe moderner Untersuchungsverfahren, der Positronen-Emissions-Tomographie / Computertomographie (PET/CT) das braune Fettgewebe vor allem im Hals- und Nackenbereich bei Erwachsenen nachweisen können. Mittlerweile konnten Wissenschaftler auch herausfinden, dass unser sympathisches Nervensystem und auch bestimmte Gehirnareale an der Thermoregulation sowie an der Aktivität des braunen Fettgewebes beteiligt sind. In einer Studie (Huang et al., 2011) untersuchte man die Veränderung des Gehirnstoffwechsels auf die Aktivität des braunen Fettgewebes. Dazu bekamen 21 Personen markierte Glucose (Fluorodeoxyglucose = FDG) gespritzt. Anschließend hat man anhand moderner Untersuchungsverfahren (PET/CT) die aktiven Areale im Klein- und Großhirn (Brodmann-Bereiche 40 und 13) identifizieren können, die das stoffwechselaktive braune Fettgewebe bei Kälteeinwirkung im Halsbereich aktivieren. Auch Adrenalin, Thyroxin und andere hormonähnliche Substanzen (z.B. Uncoupling Protein 1, cyclisches AMP) sind an der Aktivität des braunen Fettgewebes beteiligt. Forscher suchen derzeit nach Möglichkeiten, um die Wärmebildung (Thermogenese) bei Übergewichtigen zu steigern, damit der Körper mehr Kalorien und Fett verbrennen kann. Statt in naher Zukunft die medizinische Variante in Form von Medikamenten zu wählen, wäre der natürlichste Weg im Winter die Räumlichkeiten weniger zu beheizen. Dadurch verliert der Körper überflüssige Pfunde und man spart zugleich Geld für geringere Heizkosten. Eine andere Möglichkeit ist, dass man regelmäßig oder besser täglich an kalten Wintertagen spazieren gehen sollte. Viele Lauftreffs bieten auch in den Wintermonaten Walkingkurse oder Skikurse an, die noch stärker die Wärmebildung und den Fettstoffwechsel ankurbeln können.


Literatur:

  • van Marken Lichtenbelt WD, Vanhommerig JW, Smulders NM, Drossaerts JM, Kemerink GJ, Bouvy ND, Schrauwen P, Teule GJ.; (2009): Cold-activated brown adipose tissue in healthy men. N Engl J Med. 2009 Apr 9;360(15):1500-8.
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  • Stephens M, Ludgate M, Rees DA.,(2011): Brown fat and obesity: the next big thing?Clin Endocrinol (Oxf). 2011 Jun; 74 (6) :661-70.
  • Kirsi A. Virtanen, M.D., Ph.D., Martin E. Lidell, Ph.D., Janne Orava, B.S., Mikael Heglind, M.S., Rickard Westergren, M.S., Tarja Niemi, M.D., Markku Taittonen, M.D., Ph.D., Jukka Laine, M.D., Ph.D., Nina-Johanna Savisto, M.S., Sven Enerbäck, M.D., Ph.D., and Pirjo Nuutila, M.D., Ph.D., (2009): Functional Brown Adipose Tissue in Healthy Adults.N Engl J Med 2009; 360:1518-1525



Januar '12
14
Samstag
🕑 09:32

Lakritz gegen Erkältung und Heiserkeit

In der dunklen und kalten Jahreszeit ziehen wir uns lieber in unsere vier Wände zurück, dort wo es schön warm und gemütlich ist. Die Dunkelheit trägt dazu bei, dass sich unser Gemütszustand wandelt, in dem wir weniger Lust haben uns draußen an der frischen Luft zu bewegen. Dadurch schwächen wir unsere Abwehrkräfte und plagen uns häufiger mit Erkältungen herum. Statt sich Antibiotika beim Arzt auf Rezept geben zu lassen, kann man sich alternativ mit Lakritze behelfen. Lakritze ist ein Gemisch aus Süßholzwurzelsaft, Zucker und Stärke, die zu den klassischen Süßwaren gehören. Lakritze ist 50-mal süßer als Haushaltszucker und sie kann sogar die Erkältung und den Husten lindern. Lakritze ist seit über 4000 Jahren als Heilpflanze im Mittelmeerraum Asien und Russland als Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) bekannt und wird zur Behandlung von Bronchitis, Magen-Darmbeschwerden, Verstopfungen, Herpes und Hepatitis C eingesetzt. Mittlerweile findet man heute Sülzholzwurzel auch als Zutat in Arzneimitteln, in Kräuterlikören und Tees. Lakritze kann sogar die Zahngesundheit fördern, denn die Inhaltstoffe (z.B. Glabridin, Licochalcon A, Licoricidin, Licorisoflavan) haben eine antibakterielle Wirkung auf die Mundflora.

Die Süßholzwurzel verfügt über den Hauptinhaltsstoff Glycyrrihizin, die zu der Pflanzenstoffgruppe der Saponine gehört. Er wird im Körper zu Glycyrrizinsäure umgewandelt und regt in den Schleimhäuten des Körpers die Sekretion an. Dadurch geben die Schleimhäute mehr Flüssigkeit ab und können somit die Krankheitserreger von sich fernhalten. Durch die bessere Schleimbildung kann auch das unangenehme Kratzen im Hals sowie der Reizhusten reduziert werden. Darüber hinaus beeinflusst Glycyrrihizin den hormonell gesteuerten Wasserhaushalt, indem es in den Nieren das Hormon Aldosteron stimuliert. Dadurch scheidet der Körper vermehrt Kalium und Wasser aus und reagiert anschließend mit einer verstärkten Natriumrückresorption. Der Natriumspiegel im Blut steigt und es kommt zu einer Wasserspeicherung im Gewebe. Das ist auch der Grund warum man Lakritz bei Magen-Darmbeschwerden einsetzt, denn es verhindert einen Mineralstoffverlust und eine Austrocknung des Körpers. In größeren Mengen (> 100 mg Glycyrrihizin pro Tag) führt Glycyrrihizin aber zu einer starken Natriumspeicherung und Kaliumausscheidung, was zugleich mit einer erhöhten Wasseransammlung (Ödeme) im Gewebe und Muskelschwäche einhergeht. Das bedeutet für den Körper eine hohe Belastung, denn das Herz muss mehr Wasser durch das ganze Gefäßsystem pumpen. Es kann zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herzrhythmusstörungen und Gewichtszunahme kommen. Deshalb sollten Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Diabetes, Bluthochdruck und Schwangere die Tagesdosis von 100 mg Glycyrrihizin nicht überschreiten. Daher achten Sie beim Kauf von Lakritze auf den Gehalt von Glycyrrihizin.

Literatur:
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