Hajo Jäger Adresse:Alfred-Göbel-Weg 17 DE 60388 Frankfurt am Main, Deutschland Tel:+49 172 624 79 33

Blog

Neues zu Ernährung und Training.



Januar '12
27
Freitag
🕑 07:00

Weniger Bauchfett schützt vor Diabetes mellitus

In Deutschland ist jeder zweite Einwohner dick und mittlerweile jeder Fünfte hat starkes Übergewicht (BMI > 30), was auf den Nahrungsüberfluss und die geringe körperliche Aktivität zurückzuführen ist. Eine starke Zunahme des Körpergewichtes führt zudem zu hohen Fettablagerungen im Bauchraum, Leber, Beine und Muskulatur. Besonders das Fett im Bauchraum wird seit einigen Jahren als Risikofaktor angesehen, weshalb man einen Taillenumfang von über 94 Zentimetern bei Männern und über 80 Zentimeter bei Frauen als erhöhtes Gesundheitsrisiko für Stoffwechselerkrankungen ansieht. Man spricht auch bei dieser Fettverteilung im Bauchraum von den Apfeltypen. Die Wissenschaftler und Mediziner nehmen an, dass die abgelagerten Fette im Bauchraum die Insulinempfindlichkeit an den Körperzellen behindern. Dadurch bleiben die Zuckermoleküle im Blut zurück und die Folge ist eine Insulinresistenz und ein Insulinmangel, was sich letztendlich zum Typ-2-Diabetes entwickelt.

(Quelle: Bauch weg, Shutterstock, 2011)




Studien der letzten Jahre konnten belegen, dass das Fettgewebe nicht nur ein Speicherorgan für Langzeitenergie darstellt, sondern es verfügt auch über stoffwechselaktive Hormone. Dazu gehören Leptin, Resistin und das vor einigen Jahren entdeckte Adiponektin. Leptin hat die Fähigkeit die Blut-Hirnschranke zu überwinden und stimuliert im Hirn bestimmte Botenstoffe (Neuropeptid Y und Glukagon-like-Peptide 1). Diese setzen Sättigungssignale frei und kontrollieren somit die Energieaufnahme über die Nahrung. Zudem ist Leptin an der Wärmebildung (Thermogenese) beteiligt, die zugleich den Kalorienverbrauch im Ruhezustand erhöhen. Resistin spielt eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel, indem es die Fettzellen im Körpergewebe aufspaltet und in die Blutbahn freigibt. Adiponektin wird wie die anderen Fetthormone in den Fettzellen (Adipozyten) gebildet und über die Blutbahn abgegeben.
Über den Blutkreislauf gelangt es zur Leber und Körperzellen und unterstützt dort die Nährstoffeinlagerung. Adiponektin übernimmt gemeinsam mit Insulin den Transport der Nährstoffe in die Körperzellen.

Zu viel Fettablagerung im Bauchbereich oder ein zu großer Bauchumfang führt zu einem Überschuss an den Fetthormonen, die den Appetit steigern, die Wärmebildung drosseln und zugleich die Insulinempfindlichkeit herabsetzen. Durch dieses hormonelle Ungleichgewicht steigt das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, weshalb Personen mit zu viel Bauchfett sich bemühen sollten mehr Bewegung im Alltag einzubauen. Jeden Tag eine halbe Stunde Spazieren gehen oder Walking würde den Abbau des gefährlichen Bauchfettes beschleunigen. In der klinischen Diagnostik zieht man heute den Adiponektinspiegel heran, um das metabolische Risiko für Diabetes frühzeitig zu erkennen.

Literatur:

  • Statistisches Bundesamt (Destatis) Deutschland: Mehr als jeder Zweite in Deutschland hat Übergewicht, Pressemitteilung Nr.194 vom 02.06.2010,
    eingesehen 2012 unter http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites
    /destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/06/PD10__194__239.psml
  • Biesalski H-K., Fürst P., Kapser H., Pölert W., Puchstein Ch., Stähelin HB., (2004): Analyse der Körperzusammensetzung, Übergewicht im Erwachsenalter, Ernährungsmedizin, Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, Thieme Verlag Stuttgart New York, 3., erweiterte Auflage, S.249-250
  • Biesalski H-K., Grimm P., (2002): Homöostase: Leptin, Nahrungsaufnahme,
  • Georg Thieme Verlag, Stuttgart New York, 3., erweiterte Auflage und aktualisierte Auflage, S. 42-43
  • Meier U., Gressner AM., (2004): Endocrine of energy metabolism: Review of Pathobiochemical and clinical chemical aspects of leptin, ghrelin, adiponectin, and resistin, Clin Chem, Sep; 50(9): 1511-25.Epub 2004 Jul 20. Review
  • Rochlitz H., Akupulat S., Bobbert T., et al., (2005): Bedeutung von Biomarkern des metabolischen Syndroms bei Gewichtsreduktion, Dtsch med. Wochenschr 2005, 130:1061-1066
  • DocCheck Felxikon, Das Medizinlexikon zum Mitmachen. Adiponectin, Leptin und Resistin eingesehen unter http://flexikon.doccheck.com/Adiponectin und http://flexikon.doccheck.com/Leptin und http://flexikon.doccheck.com/Resistin


Januar '12
21
Samstag
🕑 12:14

Abnehmtipp 2 - Länger schlafen dämpft den Heißhunger

In unserer Gesellschaft ist der Leistungsdruck sehr hoch und ist häufig mit langen Arbeitstagen verbunden. Nach 10-stündigen Arbeitstag benötigt man erst einmal eine bestimmte Zeit um den Kopf gedanklich freizubekommen. Viele leiden unter Schlafstörungen oder Schlafmangel, weil sie sich gedanklich keine Auszeit gönnen und sich permanent mit dem Arbeitsalltag auseinandersetzen. Im schlimmsten Fall kann das zum Burn-out-Syndrom führen, wenn man sich psychisch ausgebrannt fühlt und mit allen Lebensaufgaben überfordert ist. Dies kann mit häufigen Schlafstörungen einhergehen und zugleich den Appetit steigern. In einer aktuellen Studie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism konnte man bei 12 normalgewichtigen Männer einen gesteigerten Appetit beobachten, wenn sie eine schlaflose Nacht hatten. Der Schlafmangel erhöhte den Reiz mehr Nahrungsmittel zu vertilgen, auch wenn kein Hungergefühl oder Bedarf auf eine Mahlzeit bestand. Die Wissenschaftler nutzten dazu die funktionelle Kernspintomographie und Foodbilder, um festzustellen, ob die Bereiche im Gehirn für Hunger- und Appetit bei Schlafmangel aktiv sind. Eine wichtige Rolle spielte dabei der rechte Gyrus cinguli, eine Funktionseinheit des Gehirn, das mit im limbischen System verankert ist. Es steuert unser Triebverhalten und dient zur Verarbeitung unserer Emotionen.

Vom Schlafmangel sind auch Schichtarbeiter betroffen, denn bei ihnen ist aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten der zirkadiane Rhythmus gestört. Das ist unsere innere Uhr die uns sagt, wann der Tag und wann die Nacht beginnt. Durch Helligkeit reagiert unser Körper mit Freisetzung von Botenstoffe wie das Adrenokortikotrope Hormon und Cortisol, die dafür sorgen das wir morgens fit aus dem Bett springen. Sobald die Dunkelheit anbricht, schüttet der Körper das Schlafhormon Serotonin und Melatonin aus, die uns zum Gähnen und zum Schlafen zwingen. Dieser 24-Stunden Tages- und Nachtrhythmus kann durch unregelmäßige Arbeitszeiten gestört sein. Eine zu kurze Schlafdauer kann langfristig zu einem gesteigerten Appetit führen, der vor allem vermehrt zu Süßigkeiten tendiert. In der University of South Australia hat man in einem Schlaflabor das Naschverhalten von Schichtarbeiter untersucht. Die 24 Schichtarbeiter waren 12 Tage im Labor und mussten dort ihren alltäglichen Schichtdienst leben. Die Teilnehmer bekamen zwei Termine mit einer täglichen Schlafdauer entweder von 6 Stunden oder 4 Stunden. Den Schichtarbeiter servierte man in den 12 Tagen täglich 3 Hauptmahlzeiten und zusätzlich 5 bis 6 Snacks. Sie konnten auswählen zwischen süßen, herzhaften oder gesunden Snacks. Die Schichtarbeiter mit der stark eingeschränkten Schlafdauer von 4 Stunden aßen mehrere süße Snacks als diejenigen mit einer Schlafdauer von 6 Stunden. Das Fazit der Wissenschaftler: Ein starker Schlafentzug führt zu ungünstigen Auswahl und unkontrollierten Aufnahme von süßen Snacks, die zugleich das Risiko für Übergewicht erhöhen können. Zu demselben Ergebnis kommt auch die Studie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

Für alle diejenigen die überflüssige Kilos abnehmen möchten, sollten ihre Zeit für mehr Schlaf investieren anstatt in eine Diät oder beim Schauen von TV-Sendungen. Wenn Sie häufig schlecht Schlafen, sollten Sie zudem noch einige Faktoren überprüfen wie z.B.:
  1. Bett (durchgelegene, zu weiche Matratze)
  2. Klima (beheizte, schlecht belüftete Schlafzimmer)
  3. Lärm (laute Nachbarn, wohnen in der Nähe der Hauptverkehrstraße, Discotheken, Discounter)
  4. Umweltgifte im Wohnraum (Bodenbeläge, Lackfarben, Möbel, Wandfarbe usw.)
  5. Medikamente, Nahrungsergänzungen mit Aufputschmittel (Ephedrin, Theophyllin)
  6. Helligkeit (schlechte Abdunklung des Schlafzimmers)
  7. Nikotin in Kombination mit Koffein und Ethanol
  8. körperliche Aufregung (Stress mit Kollegen, Partner, Nachbarn, finanzielle Probleme)
  9. körperliche Anstrengung (Hausarbeit, Sport)
  10. schwere, kalorienreiche (> 400 kcal), schlecht gekaute Speisen
  11. hoher Koffein-, Taurin-, Catechingehalt von Getränken und Lebensmitteln

Schlafen sorgt nicht nur für ein gesundes Gleichgewicht von Hunger und Sättigung, sondern ist auch wichtig für die Konzentrations- und Gedächtnisleistungen. Denn im Schlaf kann sich das zentrale Nervensystem, das Gehirn und der Körper ausgiebig erholen.

Die folgende Abbildung veranschaulicht die vielfältigen physiologischen und psychischen Probleme, die durch den gestörten Schlafrhythmus auftreten können. Weiterführende infos unter spektrum.de/schlaf

(Quelle: Foster und Wulff, nature Reviews, Neuroscience, 2005)

Literatur:
  • Heath G, Roach GD, Dorrian J, Ferguson SA, Darwent D, Sargent C., (2012): The effect of sleep restriction on snacking behaviour during a week of simulated shiftwork. Accid Anal Prev. 2012 Mar;45 Suppl:62-7. Epub 2011 Oct 10.
  • Benedict C, Brooks SJ, O"Daly OG, Almèn MS, Morell A, Aberg K, Gingnell M, Schultes B, Hallschmid M, Broman JE, Larsson EM, Schiöth HB., (2012): Acute Sleep Deprivation Enhances the Brain"s Response to Hedonic Food Stimuli: An fMRI Study. J Clin Endocrinol Metab. 2012 Jan 18. http://jcem.endojournals.org/content/early/2012/01/12/jc.2011-2759.abstract
  • Foster R.G., Wulff K., (2005): Unser Schlaf-Wach-Rhythmus, nature Reviews, Neuroscience, Spektrum der Wissenschaft, August 2005
  • Beermann B., (2005): Leitfaden zur Einführung und Gesatltung von Nacht- und Schichtarbeit, Herausgeber Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, 9. unveränderte Auflage



Januar '12
18
Mittwoch
🕑 06:57

Abnehmtipp 1 - Wasser trinken hilft beim Abnehmen

Vielleicht kennen Sie noch die alte Tischsitte von Oma und Opa, dass vor dem Essen nicht getrunken werden darf. Der Grund für diese Erziehungsmaßnahme war, dass die Speisen auf dem Teller alle restlos aufgegessen werden. Denn die Nahrungsmittel waren in der Nachkriegszeit rar und teuer. In der heutigen Zeit haben wir Nahrung eher im Überfluss und einen Überschuss an Körperfett und Gewicht. Deshalb sollten wir diese Tischsitte einfach umkehren und vor den Mahlzeiten 2 Gläser Wasser trinken.

In einer randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie von Davy et al., 2010 führte eine erhöhte Wasserzufuhr zu einer effektiven Gewichtsabnahme. Dabei rekrutierte man 48 Erwachsene in einem Alter zwischen 55 und 75 Jahren mit einem BMI zwischen 25 bis 40 , die eine kalorienarme Diät über 12 Wochen absolvierten. Die eine Gruppe bekam während der Diät 500 ml Wasser vor den Mahlzeiten und die anderen bekamen kein Wasser. Die Gruppe der Wassertrinker nahmen 7,75 kg an Körpergewicht ab, wohingegen die Nicht-Wassertrinker nur 5,5 kg abnahmen. Durch die Wasseraufnahme vor den Mahlzeiten wird der Magen schnell gefüllt und das führt zur geringeren Nahrungsaufnahme. Frühere Studien konnten das ebenfalls bestätigen, dass Personen, die vor dem Essen Wasser tranken während der Mahlzeit bis zu 90 kcal weniger aßen als die Nicht-Wassertrinker. Weiterhin haben die Personen die 3-mal täglich vor den Mahlzeiten Wasser tranken durchschnittlich 2 kg mehr abgenommen als die Personen die weniger Wasser zuführten. Viele Ernährungsberatern wird diese Empfehlung schon bekannt sein, aber einen wissenschaftlichen Beleg gab es bislang noch nicht. Im Jahr 2010 wurde die Studie von Davy und seinen Mitarbeiter im Journal Obesity veröffentlicht.

Foto: Shutterstock, 2011

In einer weiteren Studie von Boschmann et al., 2003 hat man an 7 gesunden Männern und Frauen die Wirkung von Wasser auf den Energieverbrauch und Körperwärme (Thermogenese) untersucht. Die Zufuhr von 500 ml Wasser erhöhte die Stoffwechselrate um 30 Prozent und hielt etwa 40 Minuten an. Durch die Erwärmung des Wasser von 22 bis auf 37 Grad Celsius Körpertemperatur verbrauchte der Körper etwa 24 kcal. Das wären am Tag bei einer Menge von 2 Liter Wasser etwa 100 kcal. Bei den Männer wurde der erhöhte Kalorienverbrauch durch die Fette abgedeckt, wobei die Frauen hauptsächlich Kohlenhydrate durch die Wärmebildung verbraucht haben. Der Grund für die unterschiedliche Energieverwertung bei Männer und Frauen ist noch unklar, aber man glaubt das der Hormonhaushalt eine Rolle spielt.



Jedenfalls sollten alle diejenigen die ohne große Geldausgaben abnehmen wollen, stets viel Wasser zu den Mahlzeiten und zwischendurch trinken. Dies füllt den Magen, macht schnell satt und führt zu den gewünschten Effekt dem Gewichtsverlust. Außerdem liefert Wasser keine Kalorien und unterstützt somit eine kalorienarme Ernährungsweise. Sollte das Wasser zu Beginn der Diät nicht schmecken, können auch Light-Getränke ein guter Anfang sein.

Literatur:
  • Dennis EA, Dengo AL, Comber DL, Flack KD, Savla J, Davy KP, Davy BM., (2010): Water consumption increases weight loss during a hypocaloric diet intervention in middle-aged and older adults. Obesity (Silver Spring). 2010 Feb;18(2):300-7. Epub 2009 Aug 6. Department of Human Nutrition, Foods and Exercise, Virginia Tech, Blacksburg, Virginia, USA.
  • Pfaff-Dick C., (2010): Wasser hilft beim Abnehmen, Ernährung im Fokus, aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft e.V., Zeitschrift für Fach-, Lehr- und Beratungskräfte S. 507
  • Boschmann M, Steiniger J, Hille U, Tank J, Adams F, Sharma AM, Klaus S, Luft FC, Jordan J.; (2003): Water-induced thermogenesis. J Clin Endocrinol Metab. 2003 Dec;88(12):6015-9.






‹ Neuere Beiträge Ältere Beiträge ›