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Blog

Neues zu Ernährung und Training.



Februar '12
4
Samstag
🕑 19:45

Abnehmtipp 3 - Vermeiden Sie den Anblick leckeren Speisen

Wer beim Abnehmen öfters Bekanntschaft mit dem Heißhunger macht, sollte den Anblick und den Geruch leckerer Speisen meiden. Denn unsere Sinne leiten dadurch verschiedene Signale an das zentrale Nervensystem weiter, wodurch die appetitanregenden Hormone im Körper aktiv werden. Um diese Prozesse in Gang zu setzen, muss man keine frischen Speisen sehen und riechen. Es genügen auch schon Bilder aus Kochbüchern, Werbemagazinen oder die Food-Werbung im Kino oder aus dem Fernseher. Vor allem abends auf dem Sofa kann das beim Fernsehen häufiger passieren, denn hier werden zwischen den Spielfilmen und Reportagen öfters leckere Speisen in der Werbung präsentiert. Durch den Anblick werden auch Erinnerung wach, worauf man lange in der Diät oder beim Abnehmen verzichtet hat. Bei Anderen wird die Fantasie nach Lieblingsspeisen gefördert und das kann die Lust auf Süßes oder leckere Speisen erhöhen. Die Lust bzw. der Appetit setzt im Körper eine Vielzahl an Reaktionen in Gang, indem zuerst die Speichelsekretion im Mund und Magen-Darmtrakt stimuliert wird. Mit dem Speichel werden gleichzeitig Hormone in die Blutbahn freigesetzt wie Gastrin und Cholezystokinin. Vor geraumer Zeit entdeckten Forscher auch ein neues Hormon, das Ghrelin, welches im Körper den Appetit anregt. Die gebildeten Hormone gelangen in die Blutbahn zum Gehirn und stimulieren dort das Hunger- und Appetitszentrum. Besonders das Hormon Ghrelin hat einen großen Einfluss auf unser Sättigungs- und Appetitverhalten, was mittlerweile an verschiedenen Studien an Nagetieren beobachtet werden konnte.

(Quelle: Shutterstock, 2011)


In einer veröffentlichten Studie am Max-Planck-Institut für Psychatrie in München konnte man zeigen, dass der Anblick von Speisen den Ghrelin-Spiegel in der Blutbahn deutlich erhöhen kann. Dazu hatte man 8 gesunde Männer zu zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen mit einer einwöchigen Pause eingeladen. Die Männer mussten sich insgesamt 50 Bilder zwischen den Mahlzeiten (Frühstück und Mittagessen) anschauen. In der ersten Sitzung wurden neutrale Bilder ohne Speisen und in der zweiten Sitzung Bilder mit leckeren Speisen präsentiert. Während der Sitzungen und auch vor den Mahlzeiten hatte man den Männern Blut entnommen, um später die Ghrelin-Konzentration beider Sitzungen zu vergleichen. Wie erwartet haben die Wissenschaftler einen erhöhten Ghrelin-Spiegel bei den Food-Bildern gemessen, was durch den Anblick der leckeren Speisen verursacht worden ist.




Was die meisten nicht wussten ist, dass in der Diät der Ghrelin-Spiegel schon erhöht ist. Wenn man die Sinne zusätzlich mit leckeren Speisen durch Bilder anregt, wird man psychisch schwach und man verfällt dem Heißhunger. Schalten Sie den Fernseher in der Werbepause aus oder schalten Sie auf Nachrichten um. Jedenfalls sollten Sie sich mit anderen Dingen beschäftigen, die nichts mit leckeren Speisen oder Lebensmitteln zu tun haben. In der Werbung laufen mehr als ein Drittel der Spots über Süßigkeiten und Snacks, auch in Talkshows und Trickfilmen tauchen Snacks und Süßes häufiger auf. Studien an Kinder und Jugendlichen konnten belegen, dass die beworbenen Produkte in TV-Spots von denen am häufigsten verzehrt worden sind, die mehrere Stunden vor dem Fernseher verbracht hatten. Kochensendungen gehören ebenso zu den Bildern, die den Spiegel des appetitanregenden Hormons Ghrelin im Blut erhöhen und somit das Abnehmen erschweren können.

Literatur:
  • Schmidt RF., Thews G., Lang F., (2000): Funktionen des Magen-Darm-Trakts von P.Vaupel, Physiologie des Menschen, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, S. 809-823
  • Görtzen A., Veh RW., (2007): Adipositas – Eine Einführung in molekulare Mechanismen, Dtsch Arztebl 2007; 104(17): A-1166 / B-1039 / C-991
  • Lutter M., Sakata I., Osborne-Lawrence S., Rovinsky SA. Et al., (2008): The orexigenic hormone ghrelin defends against depressive symptoms of chronic stress Nature Neuroscience 11, 752 - 753 (2008) http://www.nature.com
  • Schüssler P, M Kluge, Yassouridis A, Dresler M, Uhr M, A. Steiger, (2012): Ghrelin Levels Increase After Pictures Showing Food. Obesity (Silver Spring). 12. Januar 2012. doi: 10.1038/oby.2011.385.
  • Diehl JM., (2005): Einfluss der Food-Werbung auf Kinder und Jugendliche Werbung nicht ursächlich für das steigende Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, Moderne Ernährung Heute, Wissenschaftlicher Pressedienst, Herausgeber Lebensmittelchemisches Institut Der Deutschen Süßwarenindustrie
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), (2004): Darstellung und Wirkung von Ernährungsinformationen im Fernsehen, Ernährungsbericht 2004, Herausgeber DGE mit Förderung des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, S. 347 ff.



Februar '12
2
Donnerstag
🕑 07:30

Alterungsprozesse durch regelmäßiges Training stoppen

Im Alter kommt es zu physiologischen Veränderungen des Körpers wie z.B. die Abnahme der Muskelmasse mit gleichzeitiger Zunahme der Fettmasse. Da Muskeln im Ruhezustand am meisten Energie verbrauchen, sinkt durch die Abnahme der aktiven und fettfreien Muskelmasse gleichzeitig der Energiebedarf. Im Alter kommt es außerdem zu Veränderungen der Geruchs- und Geschmacksinne, die nicht nur den Appetit beeinträchtigen, sondern auch die tägliche Energiezufuhr über die Nahrung. Bei Kau- und Schluckbeschwerden greifen Ältere lieber auf weiche und weniger vollwertige Lebensmittel (z.B. Weißmehlprodukte, Kekse, Milchreis) zurück, wodurch weniger Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden.

(Quelle: Shutterstock, 2011)

Darüber hinaus lässt im Alter auch die Bioverfügbarkeit und Resorption von Nährstoffen nach, was auf eine verminderte Bildung von Verdauungs- sekrete und -enzyme zurückzuführen ist. Dadurch kann die Nahrung nicht vollständig in ihre einzelnen Bestandteile (z.B. Aminosäuren, Glucose, Fettsäuren) zerlegt werden. Bei bestehenden Erkrankungen und einer dauerhaften Einnahme von Medikamenten wird ebenso die Nährstoffresorption gestört. Dabei haben Ältere den gleichen Nährstoffbedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen wie Jüngere. Deshalb ist der Energie- und Nährstoffbedarf bei den Älteren an die momentane Alltagssituation und dem Gesundheitszustand anzupassen.


Zudem sollten die Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, die über eine hohe Nährstoffdichte verfügen. Damit sind Lebensmittel gemeint wie Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Milch, Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte. Aber alleine die Ernährung ist nicht genug, denn regelmäßiges Sporttreiben verhilft den Älteren zu einem besseren Gesundheits- und Gemütszustand.

In Studien an Älteren konnte man zeigen, dass die Bettlägerigkeit von 2 bis 4 Wochen zu einer verminderten Widerstands- und Leistungsfähigkeit führen kann. Es kam zu Störungen der Kreislauffunktion, des Fett- und Blutzuckerstoffwechsels und auch die Muskelkraft wurde deutlich reduziert. Bewegungsmangel macht krank und gilt mittlerweile als Risikofaktor für Ältere, denn der Muskelverlust erhöht die Gefahr für Stürze und Knochenbrüche, wodurch die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung aufgrund der körperlichen Einschränkung nicht mehr gegeben ist. Ältere müssen bei einem bewegungsarmen Lebensstil bis zum 80. Lebensjahr mit einem alterbedingten Muskelverlust von 20 bis 40 Prozent rechnen. Der alterassoziierte Muskelschwund geht mit Kräfteverluste einher und erschwert den Älteren die typischen Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Einkaufen gehen, Reinigungsarbeiten zu Hause. Mittlerweile konnte man bei Älteren vielfältige positive Auswirkungen von regelmäßiger körperlicher Bewegung und Training beobachten wie z.B.:
  1. Steigerung der Gedächtnisleistungen und des vegetativen Nervensystems
  2. Senkung der Stresshormone und Verbesserung der Widerstandskraft
  3. Abnahme der Herzfrequenz im Ruhezustand und bei Belastung
  4. Senkung des Blutdrucks stärkt Herz- und Kreislauffunktion
  5. Zunahme der Sauerstoffversorgung der Muskel- /Gehirnzellen
  6. Normalisierung des Blutzuckers durch bessere Insulinempfindlichkeit
  7. Zunahme der Fettoxidation senkt Körperfett
  8. Verbesserung des Verhältnis von HDL zu LDL Fetten
  9. Abnahme der Blutfette (Cholersterin, Triglyceride)
  10. Senkung des Entzündungsparameters C-reaktives Protein (CRP)
  11. Erhöhung des Appetits und Energiebedarfs durch höhere
  12. Steigerung der Knochendichte durch regelmäßige Kraftbelastung

Das Ziel körperlichen Trainings ist den Verlust an Muskelmasse und Kraft zu verringern, denn Studien an Älteren konnten zeigen, dass 50 Prozent der über 80-Jährigen eine Sarkopenie aufweisen. Sarkopenie ist in der Medizin der altersbedingte Muskelschwund und Kraftverlust, der bei Älteren mit erhöhten Stürzen und Verletzungen verbunden ist. Um das Risiko von Stürzen zu verhindern, empfehlen Sportwissenschaftler und Mediziner schon seit geraumer Zeit ein Training aus Kraft-, Koordination- und Beweglichkeitsübungen. Das Trainingsprogramm könnte wie folgt aussehen:

  • Moderates Ausdauertraining über 30 Minuten an 5 Tagen pro Woche oder ein höheres intensives Ausdauertraining über 20 Minuten an 3 Tagen pro Woche. Die Intensität sollte so gewählt werden, dass man während der Belastung noch normal atmen und sich mit einem Trainingspartner unterhalten kann (z.B. Trainingspuls 100-130).
  • Krafttraining mit ca. 60 Prozent der Maximalleistung (z.B. 10-15 Wiederholungen bei 8-10 Kraftübungen) 2 bis 3-mal pro Woche. Bei der Bewegungsausführung keine Pressatmung, sondern gleichmäßig und ruhig atmen.
  • Nach dem Kraft- und Ausdauertraining dehnen und zwischendurch Beweglichkeits-, und Gleischgewichtsübungen (z.B. Balancieren, Slalomlauf) mit einbauen.

(Quelle: Shutterstock, 2011)



Wer mit dem Training beginnen möchte, sollte aber vorerst eine Sportart wählen, die nicht nur Spass macht, sondern die Gesundheit durch extreme sportliche Belastung nicht gefährdet. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention aus der Sektion Alterssport haben 10 Goldene Regeln für Sporttreibende aufgestellt, die für Anfänger jeden Alters eine gute Hilfe sein können.




10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben nach dem DGSP 2004


1.Vor dem Sport Gesundheitsprüfung
  • Besonders Anfänger und Wiedereinsteiger über 35 Jahre
  • Bei Vorerkrankungen oder Beschwerden
  • Bei Risikofaktoren: Rauchen, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes, Bewegungsmangel, Übergewicht
  • Wenn ja, dann: Erst zum Arzt, dann zum Sport

2.Sportbeginn mit Augenmaß
Trainingsintensität:
  • langsam beginnen und die Belastung steigern (erst Dauer, dann Häufigkeit und Intensität)
  • möglichst unter Anleitung (Verein, Lauftreff,Fitness-Studio)
  • Informationen beim Landessportbund oder der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention
  • Sport möglichst 3 - 4 mal in der Woche für 30 - 40 Minuten

3.Überbelastung beim Sport vermeiden
  • Nach dem Sport darf eine "angenehme" Erschöpfung vorliegen
  • Laufen ohne (starkes) Schnaufen
  • Sport soll Spaß, keine Qualen bereiten
  • Evtl. Trainingspuls vom Sportarzt geben lassen
  • Besser "länger oder locker" als "kurz und heftig"

4.Nach Belastung ausreichende Erholung
  • Nach einer sportlichen Belastung auf ausreichende Erholung (Regeneration,Schlaf) achten
  • Nach intensivem Training "lockere" Trainingseinheiten einplanen

5.Sportpause bei Erkältung und Krankheit
  • Bei "Husten, Schnupfen, Heiserkeit", Fieber oder Gliederschmerzen, Grippe oder sonstigen akuten Erkrankungen: Sportpause, anschließend allmählicher Beginn
  • Im Zweifelsfall: Fragen Sie den Sportarzt

6.Verletzungen vorbeugen und ausheilen
  • Aufwärmen und Dehnen nicht vergessen Verletzungen brauchen Zeit zum Ausheilen
  • Schmerzen sind Warnzeichen des Körpers (Keine Spritzen zum Fitmachen)
  • Zum Ausgleich vorübergehend andere Sportart betreiben
  • Im Zweifelsfall den Sportarzt fragen

7.Sport an Klima und Umgebung anpassen
Kleider machen Sportler: Kleidung soll angemessen, funktionell, nicht unbedingt modisch sein.
  • Luftaustausch beachten, an Witterung anpassen
  • Kälte: warme Kleidung, windabweisend, durchlässig für Feuchtigkeit (Schweiß) nach außen
  • Hitze: Training reduzieren, Flüssigkeitszufuhr beachten
  • Höhe: verminderte Belastbarkeit
  • beachten, angepasste Kleidung und Trinkverhalten
  • Luftbelastung (Schadstoffe, Ozon): Training reduzieren, Sport am Morgen oder Abend

8.Auf richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr achten
  • Kost kohlenhydrat- und ballaststoffreich, fettarm ("südländische Kost")
  • Kalorien dem Körpergewicht anpassen (bei Übergewicht weniger Kalorien)
  • Flüssigkeitsverlust nach dem Sport durch mineralhaltiges Wasser ausgleichen
  • bei Hitze mehr trinken
  • Merke: Bier ist kein Sportgetränk! Aber: Ein Glas Alkohol (Wein, Bier) darf gelegentlich sein!

9.Sport an Alter und Medikamente anpassen
  • Sport im Alter ist sinnvoll und notwendig
  • Sport im Alter soll vielseitig sein (Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination)
  • Auch im Alter: Fitness ist gefragt
  • Medikamente sowie deren Einnahmezeitpunkt und Dosis dem Sport anpassen
  • Fragen Sie Ihren Sportarzt

10. Sport soll Spaß machen
Auch die "Seele" lacht beim Sport
  • Gelegentlich die Sportart wechseln: Abwechslung im Sport ist wichtig
  • Mehr Spaß bei Sport in der Gruppe oder im Verein
  • Bewegung, Spiel und Sport sind Vergnügen
  • Sport auch im Alltag: Treppen steigen statt Aufzug, Zu Fuß zum Briefkasten,
  • Schnelles Gehen (Walking) ist Sport!
  • Nordic Walking ist besonders zu empfehlen
  • Wird gewohnter Sport anstrengend, an Erkrankung denken
  • Regelmäßige, auch sportärztliche, Vorsorgeuntersuchung hilft Schäden zu vermeiden

Hinweis: Jetzt kann der Arzt auch ein Rezept für sportliche Aktivitäten verschreiben, denn seit 2012 ist das in den Bundesländern Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig Holstein und Thüringen gültig. Das Rezept kann nur in den Institutionen eingelöst werden, die das Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ erhalten und tragen. Weitere Infos unter http://www.sportprogesundheit.de

Literatur:

  • Heseker H., Menebröcker C., Schmidt A., Wetzel S., (2007): Veränderungen von Körperfunktionen, Senioeren in der Gemeinschaftsverpflegung, aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., Bonn, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Löllgen H., (2008): Alter schützt vor Training nicht! Prävention der Sarkopenie, Phoenix Ärztemagazin, Ernährung & Lebensqualität, 2/08, Herausgeber und Verlag Dr. med. Volker Flörkemeier, MEDI DIDAC GmbH
  • Mayer F, Gollhofer A, Berg A., (2003): Krafttraining mit Älteren und chronisch Kranken, DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 54, Nr. 3 (2003)
  • Hollmann W, Strüder H., (2003): Gehirngesundheit, -leistungsfähigkeit und körperliche Aktivität, Jahrgang 54, Nr. 9 (2003) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Predel HG., (2007): Bluthochdruck und Sport, DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 58, Nr. 9 (2007)
  • Kemmler W, von Stengel S, Mayer S, Engelke K, Kalender WA., (2010): Training, Risikofaktoren und Gesundheitskosten älterer Menschen: Senioren Fitness und Präventionsstudie (SEFIP), Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Jahrgang 61, Nr. 11 (2010)
  • Geilhof B, Siegrist M, Blank W, Landendörfer P, Freiberger E, Halle M., (2011): Sturzprävention bei älteren Menschen im Setting der Hausarztpraxis [Pre-Falls], Abstracts, Jahrgang 62, Nr. 7-8 (2011) Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
  • Heitkamp HC, Kubek M., (20119: Zur möglichen Umsetzung von neurobiologischen
  • Zusammenhängen in die Methodik des Seniorensports, Abstracts, Jahrgang 62, Nr. 7-8 (2011) Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), (2004): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben aus der Sektion Breiten-, Freizeit- und Alterssport der DGSP, August 2004, eingesehen am 02.02.2012 http://www.dgsp.de/
  • Pressemitteilung Deutsches Ärzteblatt (2012): Bundesweites Rezept für Bewegung verfügbar, eingesehen unter www.aerzteblatt.de


Januar '12
29
Sonntag
🕑 09:08

Krankheitsrisiko minimieren durch stetige Lebensmittel-Hygiene

In der kalten Jahreszeit kommt es häufiger zu Krankheitsfällen und dies kann verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel führt eine leichte Bekleidung bei nass-kaltem Wetter zur schnellen Unterkühlung des Körpers. Das schwächt unsere Abwehrkräfte und erleichtert den Viren und Bakterien sich im Körper auszubreiten. Die Folge ist Schnupfen, Husten und Heiserkeit, was in der kalten Jahreszeit gang und gebe ist. Die Erkältungsviren werden häufig übertragen, indem durch Husten oder Niesen feuchte Tröpfchen in das Umfeld abgegeben werden. Wer sich unmittelbar in der Nähe aufhält, kann sich ungewollt eine Erkältung einfangen. Durch das Husten und Niesen gehen die Hände meist zum Mund oder zur Nase, wodurch die Viren sich an den Handflächen festsetzen. Das berühren der Hände oder Gegenstände kann zur Übertragung der Erkältungsviren beitragen, denn einige Krankheitserreger können einige Stunden auf Textilien, Plastik, Nahrungsmittel usw. überleben.

Lebensmittel unterliegen strengen Hygienemaßnahmen (HACCP)

(Quelle: Shutterstock, 2011)

Deshalb nehmen Krankenhäuser und Kliniken die Hygiene sehr genau, weshalb man vor und nach dem Krankenhausbesuch stets die Hände desinfizieren soll. Auch die Küchen in Hotels, Restaurants oder Seniorenheimen müssen nach jeden abgeschlossenen Arbeitsschritt wie z.B. Tranchieren von Schnitzelfleisch, die Hände gründlich gewaschen und desinfiziert sein. Hier gelten strenge gesetzliche Hygienemaßnahmen, die außer die Sauberkeit des Personals und der Räumlichkeiten, auch den richtigen Umgang mit Lebensmittel voraussetzt. Man spricht auch vom HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points = Risiko-Analyse und die kritischen Kontrollpunkte), ein Konzept der jeden Arbeitsschritt der Vor- und Zubereitung bis hin zum Verzehr der Speisen sowie Lebensmittel berücksichtigen muss. Das gilt nicht nur für Küchen, sondern für den Bauern, der sein Vieh, Getreide, Eier, Gemüse und Obst für den Lebensmittelverkehr freigibt. Das bedeutet, die Erzeuger, Hersteller und Inverkehrbringer müssen für einen einwandfreien Zustand der Lebensmittel garantieren. Trotz der Hygienemaßnahmen sind immer wieder Lebensmittelskandale in den letzen Jahren aufgetreten wie im Jahr 2011 die Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) Pandemie. Hier wurden EHEC, kurz Coli-Bakterien verseuchte Sprossen aus Ägypten nach Deutschland exportiert.

Verursacher und Überträger der Lebensmittelinfektionen

Da wir Menschen auch in der Nahrungskette stehen, wurden die gefährlichen Coli-Bakterien auf andere Lebensmittel wie Gurken, Tomaten und Salat übertragen. Coli-Bakterien gehören zu den zoonotischen Krankheitserregern, weil sie aus dem Kot von Tieren stammen. In Deutschland werden pro Jahr 900 Krankheitsfälle gemeldet, wobei die Krankheitsmeldungen zu Salmonellen und Campylobacter viel größer ausfallen. Die Krankheitserreger werden von Tier auf Mensch oder von Mensch auf Tier übertragen. Das kann passieren, wenn rohes Fleisch und rohe Milch nicht ausreichend erhitzt wurden ist. Oder wenn das Schneidebrett sowie das Küchenmesser Kontakt mit rohem Fleisch hatte und anschließend kommt es mit Gemüse in Berührung. Ebenso kann das Streicheln von Tieren und der unmittelbare Konsum von Speisen zur Lebensmittelinfektion führen. Insbesondere kleine Kinder die ihre Hände öfters in den Mund nehmen, können sich leicht mit Krankheitserregern infizieren und auf die Eltern sowie Spielkameraden übertragen.

Des Weiteren können wir Menschen die Lebensmittel mit Staphylococcus aureus, Noro- und Rotaviren durch Schmier- (z.B. Fäkalien) oder Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen auf Lebensmittel) verunreinigen. Ein Mangel an persönlicher Hygiene sowie eine mangelhafte Hygiene beim Umgang mit Lebensmittel führt häufiger zu unerwünschten Krankheitssymptomen wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall bis zum Fieber. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und Immungeschwächte (z.B. Senioren, Allergiker). Diese Gruppen werden oft auch als YOPI (Young, Old, Pregnant, Immunocompromised) bezeichnet und betrifft mittlerweile etwa 20 % der Bevölkerung.

Lebensmittel gelten weltweit als Überträger von Krankheitserregern und das wird durch die gegebenen Umweltbedingungen bestimmt wie z.B.:
  • Haltung einer großen Anzahl von Tieren auf kleinstem Raum
  • Hohe Nachfrage naturbelassener und gesunder Lebensmittel
  • Zunahme des weltweiten Lebensmittelhandel erschweren Hygienemaßnahmen
  • Zunahme der Mahlzeiten Außerhaus führen zu fehlenden Kenntnissen im Umgang mit Lebensmitteln sowie die Zubereitung von Speisen
  • Vernachlässigung der hygienischen Grundregeln (ungenügende Erhitzung und Kühlung) beim Erzeuger, Hersteller, Importeur und Konsument

Das Krankheitsrisiko ist nicht nur in der kalten Jahreszeit erhöht, sondern stets und ständig, wenn man mit den Lebensmitteln nicht sorgfältig umgeht. Auch wenn die Medien über einige Skandale in letzter Zeit berichtet haben, sind aber nicht nur die Erzeuger, Hersteller und Inverkehrbringer für die Lebensmittelsicherheit verantwortlich, sondern der Konsument trägt ab dem Kauf der Lebensmittel ebenso eine Eigenverantwortung.

Eigenverantwortung übernehmen die Konsumenten ab dem Einkauf
Die Lebensmittelbetriebe werden von den Lebensmittel-Überwachungsämter auf Sauberkeit strengsten kontrolliert, wobei im Haushalt der Umgang mit Lebensmittel nicht immer einwandfrei abläuft. Daher sollte der Konsument oder die Verbraucher schon beim Einkauf die Ware bzw. das Lebensmittel auf Optik, Geruch und Herkunftsland prüfen. Ideal sind regionale und saisonale Lebensmittel, weil die eine kurze Lagerdauer und Transportwege hinter sich haben. Obst, Gemüse und Salate mit angefaulten oder schimmelbefallen Stellen sind zu reklamieren oder großzügig zu entfernen. Anschließend werden sie gründlich unter kaltem bis lauwarmen Wasser abgewaschen und zu trocknen. Gemüse und Salate sind getrennt im Kühlschrank zu lagern und auch getrennt voneinander in der Küche zu verarbeiten.

Darüber hinaus sollten leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Frischwurst, Fisch und Tiefkühlprodukte direkt nach dem Einkauf im Kühlschrank oder Tiefkühler gelagert werden. Eine regelmäßiges Abtauen und Reinigen der Kühlgeräte minimiert den Nährboden für Bakterien. Das Auftauwasser von rohem Fleisch oder Fisch ist zu entsorgen. Das rohe Fleisch (z.B. Hackfleisch) oder die rohe Wurst (z.B. Tee-, Mettwurst) dürfen nur am Tag der Zubereitung verzehrt werden oder sind laut Verbrauchsdatum zu verzehren. YOPIs sollten rohe Wurst, Fleisch und Milch eher meiden. Das Fleisch und Fisch ist bei ausreichender Hitze durchzubraten. Alle Küchengerätschaften die mit Fleisch in Berührung gekommen sind, müssen getrennt, gründlich und mit heißem Spülwasser abgewaschen werden. Last but not least sind alle Küchengeräte, Arbeitsflächen und die Hände nach dem Gebrauch gründlich zu reinigen und zu trocknen. Wischlappen, die mit dem Fleisch in Berührung gekommen sind, am besten heiß mit Spülmittel auswaschen oder öfters wechseln. Bei der Zubereitung mit rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60 Grad Celcius waschen. Spülbürste, Schwämme und Lappen können auch in der Spülmaschine heiß mitgewaschen werden. Den Wischlappen kann man auch durch Einmal- oder Papiertücher austauschen.

Literatur:

  • Ammon A., Bräunig J., (2002): Lebensmittelbedingte Erkrankungen in Deutschland,
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft ½, Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt, Berlin: Verlag Robert Koch-Institut
  • Biesalski H-K., Grimm P., (2011): Nahrungsmittelqualität, Hygiene, Taschenatlas der Ernährung, Georg Thieme Verlag Suttgart New York, 5. Auflage, S. 320-321
  • Grüner H., Metz R., Hummel M.,(2007): Verordnung über Lebensmittelhygiene (Basishygiene), Der Junge Koch, Die Junge Köchin, Fachwissen Hotel, Restaurant, Küche, Fachbuchverlag Pfanneberg GmbH, S. 32-36
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, (2005): Fragen und Antworten zum Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)-Konzept, www.bfr.bund.de/de/
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, (2011): Verbrauchertipps: Schutz vor Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC), http://bfr.bund.de/
  • Dohrendorf N., (2008): Lebensmittelhygiene, Kritische Punkte im Haushalt, CMA-Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwissenschaft, Referat Wissenschafts-PR, Bonn, Phoenix Verbrauchertipp





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